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20 Mai 2011
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heute moechte ich mal gleich was verbloggen, was heute war. Hab ich irgendwie Lust drauf ;)

Es ist nicht besonders viel, nur eine kleine Busfahrt zu einem Park, in dem Buddhastatuen stehen. Aber die sind so skurril, dass es mich schon wundert.

Ein Moench hatte diese in den 50ern aus Beton gebaut. Dargestellt sind verschiedene Figuren des Buddhismus, Hinduismus und anderen alten Traditionen der Laoten.
Das groesste ist eine liegende Buddhastatue (da macht er sich gerade auf den Weg ins Nirvana) mit rund 30m Laenge und 8m Hoehe...

Aber seht selbst

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17 Mai 2011
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10 Wochen sind wir jetzt unterwegs. Und haben es geschafft, den ersten Monat komplett zu dokumentieren.
Aber seitdem wir in Kambodscha angekommen sind, haben wir wenig Lust gefunden hier gross zu bloggen. Deshalb haben wir es sein gelassen; lieber die Sonne, die Laender und die Leute genossen und das Blog mehr oder weniger sich selbst ueberlassen.

Deshalb sind wir jetzt schon bald 2 Wochen aus Kambodscha draussen und freuen uns ueber die zurueckhaltenden und sehr netten Laoten und haben beschlossen, erstmal da weiterzuschreiben, worauf wir gerade Lust haben. Und das ist dann jetzt etwas durcheinander. Also nicht wundern, wenn es Zeitspruenge in den Berichten geben wird.

Johanna ist gerade auch schon sehr fleissig, ich muss glaube ich mal schnell ins Hotel verschwinden. Das Curry schlaegt durch.

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Nach unseren Besuchen auf Rabbit Island, in Kampot, Phnom Penh und Siem Reap entscheiden wir uns fuer einen Besuch in der Provinzstadt Battambang ganz im Westen Kambodschas. Bekannt ist sie im Grunde lediglich dafuer, dass man sie als Ausgangspunkt fuer eine Bootsreise nach Siem Reap benutzen kann, was fuer uns flachfaellt, da wir ja dort schon waren. Zudem verfuegt sie ueber die groesste Ansammlung von Kopier- und Schreibwarenlaeden, alle in bester Lage am Fluss, wer das also mag, kann sich hier endlos beschaeftigen. Fuer alle anderen haben sich die Battambanger schlauerweise eine weitere Touristenattraktion ueberlegt, derren Anziehungskraft auch wir uns dann nicht entziehen koennen: der Bambootrain. Wobei das Wort "Train" den falschen Eindruck vermittelt. Man setzt sich dort schlicht und einfach auf ein mit Teppich abgedecktes Bambusfloss, das auf zwei Metallachsen mit Raedern sitzt, die von einem Motor durch einen Riemen angetrieben werden. Fuer den Spass, damit ins nirgendwo und wieder zurueck auf ausgemusterten Gleisen zu fahren, darf man pro Person 5 Dollar hinlegen. Und das ist es echt auch wert, ich fuehle mich wie auf einem fliegenden Teppich, der - zugegeben sehr tief und sehr ruckelig - mitten durch die kambodschanische Landschaft schwebt. Am Wendepunkt unserer Fahrt angekommen, versorgt uns eine nette Familie mit kuehlen Getraenken (fuer Geld) und Unmengen von Schmuck aus Graesern (unentgeltlich). Ausserdem schleppt ein Junge eine riesige tote Schlange in einem Sack an, ueber die wohl ein Bambootrain gefahren ist. Armes Ding, aber da ich Schlangen nicht so sehr mag, wird mir unser fliegender Teppich immer sympathischer.
Auf dem Rueckweg kommt uns weiterer Touristenteppich entgegen, leider sind sie mehr als wir, deswegen muessen wir absteigen, Floss und Achsen abbauen und sie vorbeifahren lassen.

Eine weitere Sehenswuerdigkeit ist der Tempelberg im Umland von Battambang, ihn kann man ueber Abertausende von Stufen erklimmen und hat von oben einen tollen Ausblick auf das flache Land und dort oben viele Tempel zu betrachten, die neben den Moenchen auch einer Horde von Affen als Wohnstatt dienen. Wegen der krassen Hitze waren wir bereits nach kuerzester Zeit schon schweissgebadet, was tatsaechlich auch so aussah, als haetten wir gebadet, untrueglich von unserem Tuktukfahrer in die Worte gefasst: Gibts da oben jetzt ne Dusche?
Ich glaube, er hat die Frage tatsaechlich ernst gemeint.

Nach zwei Tagen war alles kopiert, was kopiert werden musste und wir fahren zurueck nach Phnom Pehn, wo wir erst zwei Tage auf unser laotisches Visum warten und dabei die Stadt weiter erkunden, und dann zwei Tage auf die Beruhigung unserer Darmtrakte warten und unsere Toilette und das kambodschanische Fernsehen erkunden.

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17 Apr 2011
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Nach unseren Aufenthalten auf Rabbit Island und in Kampot lassen wir uns vom Guesthousebesitzer in Kampot kraeftig uebers Ohr hauen und kaufen voellig ueberteurte Bustickets nach Siem Reap, die - wie wir erst auf der Umsteigestation in Phnom Pehn feststellen - gar nicht bis nach Siem Reap gebucht sind, was aber die nette Busfirma nach 2 Stunden Wartezeit fuer uns regelt. Wir sind insgesamt 14 Stunden auf der Strasse in einem hoechst unbequemen Bus, kommen erst weit nach Sonnenuntergang an und werden dank der netten Busfirma von einem Tuktukchauffeur am Busbahnhof erwartet, der uns in die Okay 1 Villa bringt (Empfehlung einer Reisebekanntschaft). Aber dort werden wir schlagartig fuer alle Strapazen und Aergernisse des Reisetages entschaedigt. Ein brandneues Hotel, mit dunklem Holz vertaefelt, eilfertigen Angestellten, Aufzug, palmenbeschatteter Dachterasse mit Pool und alles so sauber, dass man sich fuer seine eigene Wohnung daheim schaemen wuerde, wenn man noch eine haette. Nachdem uns das Zimmer gezeigt wurde, sinkt uns der Mut - das liegt weit ausserhalb unseres Reisebudgets. Doch nach ungefaehr 8 Nachfragen bei der netten Hotelangestellten "fifteen or fifty?" trauen wir endlich unseren Ohren, zahlen unglaeubig grinsend die 15 Dollar fuer uns drei (meine Schwester ist ja auch noch dabei) und springen im Mondenschein in den Pool.

Am naechsten Morgen starten wir unsere Tempelerkundungen, mit eigenem Tuktukfahrer natuerlich, und folgen der Empfehlung von zwei Mitreisenden bei den kleineren Tempeln anzufangen und sich in der Grossartigkeit innerhalb von drei Tagen zu steigern. Auf dem riesigen Angkorgelaende ist es trotz schattspendender Alleen gluehend heiss, die riesigen Lateritsteine heizen von unten, die Sonne braet von oben, wir steigen tapfer auf pyramidenfoermige Tempel hoch und wieder runter und lesen Reisebuch oder lauschen einheimischen Fuehrern.

Dazwischen pro Tempel eine Flasche Wasser kaufen und trinken und gleich wieder ausschwitzen, doch die beeindruckenden Tempel und sagenhaften Ausblicke entschaedigen fuer alles. Im letzten Tempel des Tages laesst Magdalena ihren Photoapparat fuer eine Minute unbeobachtet auf einem Stein liegen, wo er ploetzlich verschwindet. Gluecklicherweise schaut der Haltebendel noch aus der Hosentasche des flinken Diebes und meine Schwester bedankt sich geistesgegenwaertig fuer die Sicherstellung ihres Eigentums und erhaelt so ihre Kamera von dem langfingrigen Polizisten zurueck.

Am naechsten Tag besuchen wir ein weiter enferntes Tempelfeld und lernen einen netten Moench kennen, der uns sein Klassenzimmer zeigt und von seiner Arbeit erzaehlt, sowie Tempel, die von Wassergraeben umgeben sind oder tief im Dschungel liegen.

Dann haben wir uns einen Tag Entspannung verdient - nach so viel Kultur und Kletterei - und relaxen am Pool und leisten meiner Schwester Gesellschaft, waehrend sie den Markt von Siem Reap leerkauft. Abends besuchen wir ein Restaurant, in dem von einer Hilfsgesellschaft fuer Waisenkinder Schattentheater und traditionelle Taenze aufgefuehrt werden. Das Schattentheater kann uns nicht vom Hocker reissen, aber der Schuhplattlertanz mit Kokosnusskastagnetten und Augenzwinkern, der eine Art Balztanz zu sein scheint, hat es uns angetan.

Am naechsten Tag schliesslich der Hoehepunkt - Angkor Wat im Sonnenaufgang. Wir stehen und 4 Uhr auf, fahren in aller Herrgottsfruehe los, um den beruehmtesten aller Tempel in magischer Ruhe und faszinierendem Licht, so der Reisefuehrer, zu sehen und stehen mit 500 anderen Touristen, die die gleiche Idee hatten unter einem bewoelkten Himmel. Eher kein Geheimtipp mehr. Angkor Wat, da sind wir uns einig, wird trotz Rekordfriesen nicht unser Lieblingstempel. Wir troesten uns mit einem Fruehstueck und besichtigen weiter, wobei wir kurzzeitig unseren Tuktukfahrer verlieren. Im Gegensatz zu allen anderen Hobbyarchaeologen muessen wir naemlich die 2km lange Allee zum Bayontempel laufen, denken uns aber nichts dabei, vielleicht moechte uns unser Tuktukfahrer nur die Moeglichkeit geben, die Affenfamilien am Wegesrand aus naechster Naehe zu betrachten. Bayon ist der Tempel mit den unzaehligen Steingesichtern auf vielen, vielen Tuermen, der eine besondere Atmosphaere ausstrahlt und uns sehr viel mehr beeindruckt als Angkor Wat. Ein Spaziergang fuehrt uns zu weiteren, kleineren Tempeln in der Umgebung, wo auf einmal ein voellig abgehezter Tuktukfahrer auf uns zueilt, und stammelt, er sei so in Sorge gewesen, wir waeren verschwunden und er sei immer die Allee hin- und hergefahren, der Arme. Anschliessend laesst er uns auch nicht mehr aus den Augen, bevor wir ihm wieder abhauen (man zahlt die Fahrt naemlich erst danach)! Wir beschliessen unser Tempel-Hopping - wie man es hier in Backpackerkreisen nennt - mit Ta Prohm. Diesen Tempel hat sich der Dschungel zurueckerobert, riesige Wurzeln halten die Daecher und Mauern im Schwitzkasten und man kann sich einen Weg durch halb verschuettete Durchgaenge und herrlich viel Natur bahnen.

An unserem letzten Tag machen wir einen Ausflug zum Tonle Sap, dem groessten Binnensee Kambodschas, auf dem ein vietnamesisches Dorf schwimmt. Vor dem Betreten des Bootes werden wir einzeln fotographiert, der Grund dafuer wird uns jedoch erst klar, als uns am Ende unserer Tour Porzellanschmuckteller mit unserem Konterfei angeboten werden. Nachdem wir diese nicht gekauft haben, haengen sie jetzt vielleicht bei jemand anderem im Wohnzimmer. Nach der Enttaeuschung mit dem Angkor-Wat-Sonnenaufgang bietet sich uns hier zumindest ein toller Sonnenuntergang auf dem Wasser - sehr ramontisch.

Am letzten Abend in Siem Reap traue ich mich auch nach einigen Cocktails und dem Draengen meiner Schwester nicht, den Dr. Fish zu konsultieren - Wasserbassins, in die man seine schwieligen Fuesse haengen kann, auf dass sie von winzigen Fischen von Hornhaut und rauhen Stellen befreit werden. Auf die laotischen Doktortitel kann man sich doch nicht verlassen!

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07 Apr 2011
Bild des Benutzers johanna

Unserer Ankunft in Kambodschas Hauptstadt schaue ich mit gemischten Gefuehlen entgegen. Zum einen reizt es mich die ueberall zitierte Heiterkeit der kambodschanischen Menschen kennen zu lernen, zum anderen bin ich etwas beunruhigt von den Sicherheitswarnungen, die die Wikitravelseite fuer Phnom Penh ausspricht. Taschendiebstahl. Raubueberfaelle, Ziegelsteinattacken und vor allem der ruecksichtslose Verkehr sollen die kambodschanische Hauptstadt zur gefaehrlichsten Suedostasiens machen.
Nach einer aeusserst angenehmen Grenzueberquerung, deren Gesundheitsuntersuchung uns durch eine gut organisierte Bestechung durch das Busunternehmen erspart bleibt, erreichen wir den Busbahnhof, von dem aus uns ein Tuktuk zum vorher ausgewaehlten Hotel bringt. Der Verkehr ist fuer uns, die wir Saigonverhaeltnisse gewoehnt sind, eher kleinstaedtisch und es wird erstaunlich wenig gehupt. Ein Blick ins Hotelzimmer - ohne Fenster, dafuer mit Muff - laesst uns weitersuchen und so steigen wir zunaechst einmal im Angkor Shadow Guesthouse ab, dass vor allem durch eine gemuetliche Veranda besticht. Nach einem netten Spaziergang, ueberraschenderweise ohne Ueberfaelle und Ziegelsteinattacken, spielen wir bei Angkorbeer einige Runden Rommee. Sehr haeufig kommen dabei Kinder an unseren Tisch, die Raubkopien von Buechern oder billige Armbaender verkaufen wollen und sich auch nur schwer davon ueberzeugen lassen, dass man ihnen nichts abkaufen wird. Ein Maedchen allerdings leiert nur lustlos ihren Verkaufsspruch daher "Only one dollar" und bleibt dann mit einem faszinierten Blick auf unsere Karten neben mir stehen. Nach drei Minuten gibt sie erste Vorschlaege, welche Karten ich ausspielen soll und nach fuenf Minuten hat sie das Spiel weitgehend verstanden - ohne unsere Sprache zu sprechen - und spielt fuer mich und den Markus an die Wand.
Nachdem sie vom Besitzer des Hotels vertrieben wurde, sind wir ganz betreten, dass so ein blitzgescheites Kind sich die Naechte mit verkaufen um die Ohren schlaegt, anstatt in die Schule gehen zu koennen.

Am folgenden Tag holen wir meine Schwester zweimal vom Flughafen ab, da sie beim ersten Mal nicht da ist - verspaeteter Flug aus Mumbai - und freuen uns sehr ueber die familiaere Gesellschaft. Am ersten Tag lassen wir es ruhig angehen, spazieren, massieren, kambodschanisch essen. Am naechsten Tag besuchen wir das Nationalmuseum und ein ehemaliges Khmer-Rouge-Gefaengnis, das uns alle sehr mitnimmt. Weil der Royal Palace wegen einer royalen Zeremonie geschlossen ist, besuchen wir ein Wat, das leider wegen Renovierungsarbeiten geschlossen ist, aber sehr huebsch auf einem Huegel liegt. Nach einer wahren Odyssee auf der Suche nach einem guten Restaurant, dessen Lage im Reisefuehrer jedoch nicht mit der Realitaet uebereinstimmt, landen wir bei einem Inder und staerken uns fuer die Fahrt nach Kep am naechsten Morgen.

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Bild des Benutzers johanna

Die Fahrt im oeffentlichen Bus schlaegt als Erlebnis an sich um Laengen die Touri-Busse, die wir bisher benutzt haben. Fuer Markus liegt der Vorteil vor allem in den Verkaeufern am Busbahnhof, die einem auf Wunsch durchs Fenster besten vietnamesischen Eiskaffee reichen, mir gefaellt die Nebenfunktion als Paketdienst, da diese einwandfrei zum Hochlegen der Beine benutzt werden koennen. Fuer uns beide faszinierend ist der kleine Altar, der innen an der Windschutzscheibe aufgebaut ist, mit Fruechten und Eiskaffee bestueckt wird und immer wieder waehrend der Fahrt mit frisch qualmenden Raeucherstaebchen aktualisiert wird. Qalmen scheint hier in den Bussen ohnehin zum guten Ton zu gehoeren, zumindest hats der Busfahrer vor- und so mancher Passagier nachgemacht, ist aber in einem Bus, der nur maximal 40 km/h faehrt und in dem alle Fenster offen stehen, nicht so schlimm.
Nach ueber 4 Stunden fuer ungefahr 100 km kommen wir in Vinh Long an, aber nicht wie versprochen zentral in der Stadt, nein, ausserhalb stehen wir, auf einem staubigen Parkplatz, von Easy Ridern wie Schmeissfliegen umringt. Hier lernen wir auch unseren Gastvater kennen, bei dessen Familie wir die naechsten zwei Tage verbringen, auf einer kleinen Insel, idyllisch zerfurcht von kleinen Mekongarmen und nur mit der Faehre zu erreichen. Ich mache mich gleich in der Kueche nuetzlich, wo ich jedoch den Kuerbis so falsch schneide, dass ich nach einem missbilligenden Kopfschuetteln der Gastmama alles nochmal schneiden darf - ich will mich ja nicht rausreden, aber die Gastoma hat es mir genau so gezeigt. Markus unterhaelt waehrenddessen in der Haengematte den zweijaehrigen Gastsohn, der ihn ganz begeistert als Klettergeraet benutzt. Am Abend gibt es ein tolles 4-Gaenge-Menue mit Elefantenohrfisch und verschnittenem Kuerbis, wo wir die anderen Gaeste kennen lernen, ein nettes hollaendisches Paar und einen schuechternen Franzosen.
Der nachste Morgen findet uns faul in den Haengematten, wir machen einen kurzen Fahrradausflug, doch leider ist unser Verhaeltnis zu Faehrraedern mittlerweile so gestoert, dass ein gegenseitiges Vertrauen nicht mehr aufkommen will. Am Abend ist das Haus der Familie voll, Kanadier, Schweizer, Franzosen, ein Russe und wir sitzen in Erwartung auf ein angenehmes Abendessen in heiterem Gespraech beisammen, als Ivan, der ploetzlich nicht mehr schuechterne Franzosen sich dazusetzt. Spaetestens als er moechte, dass die Katze beim Essen neben ihm auf dem Tisch sitzt, ist allen trotz Sprachbarrieren klar, dass er und der Reisschnaps am Nachmittag sehr enge Bekanntschaft gemacht haben. Ruepelig mischt er sich ueberall ein, jagt die vorher noch so geliebte Katze und verschreckt den Gastsohn, bis die Gastoma ein deutliches Zeichen setzt: Er muss einen Ausnuechterungstee trinken und allein an einem Tisch sitzten, waehrend alle anderen Gaeste nach einem festen Muster an zwei anderen Tischen verteilt werden. Vielleicht eine Art vietnamesische stille Treppe. Fuer uns ist die Tischordnung ein Gluecksfall, denn wir erhalten von der Schweizerin Marlene tolle Tipps fuer Kambodscha, die sich bereits bezahlt gemacht haben. Anschliessend verbringen wir noch eine Nacht in Vinh Long in einem unansehnlichen Hotel, essen gebratenen Frosch - schmeckt wirklich wie Huehnchen - und fahren zurueck nach Saigon. In einem Todesbus. Der Fahrer ist bis auf 4 cm aufgefahren, der Kontrolleur hatte seine Berufsbezeichnung falsch verstanden und verrichtete seine Dienste als Choleriker und ich hatte die 2 einhalb Stunden, die die Rueckfahrt nur dauerte, einen Puls wie ein Kaninchen im Zick-zack-Lauf. Wieder im sicheren Hafen von Mama Ly entdecken wir die traumhafte Dachterasse mit Blick auf den Park, geniessen den letzten Sonnenuntergang in Vietnam, froh am Leben zu sein, und statten dem Nachtmarkt einen Besuch ab, bevor es am naechstem Morgen auf nach Kambodscha geht.

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01 Apr 2011
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Bei einem geplanten Aufenthalt in Ho-Chi-Minh-City/Saigon koennen wir nur waermstens die Uebernachtung im Ly Loan Hotel bei Frau Ly empfehlen. Nach einer kurzen Phase des knallharten Handelns und einer beiderseitigen Einigung verwandelt sich Frau Ly in eine Art vietnamesische Mutter, die sich kuemmert, Tipps gibt, fragt, wo man hingeht und wies einem gefallen hat, die Waesche waescht und einen stets mit einem Laecheln begruesst. Die Zimmer sind geraeumig und sauber, im Bad gibt es charmante Old-School-Motiv-Fliesen, wahlweise mit Minnie Maus oder nackten Damen in feinster Bob-Ross-Manier - wie kann man sich da nicht wohlfuehlen? Entschlossen, von den ausgetretenen touristischen Pfaden abzuweichen, steigen wir in den oeffentlichen Bus ins chinesische Viertel. Durch dieses stromernd erkennen wir, dass hier wohl wirklich noch nie ein westlicher Tourist war, denn wir werden fasziniert von allen angestarrt, wobei ich das Gefuehl habe, dass besonders mein Brustumfang vielen auch ein zweiter und dritter Blick wert ist. Wir betrachten unsererseits die vielen chinesischen Kraeuterlaeden, von deren ungewoehnlichen Auslagen die unerrochensten Duefte ausgehen. Am Abend erkunden wir dann spazierend noch unser Viertel und essen bei einem super Inder, der Zimt ins Haenchencurry gibt, was normalerweise immer schiefgeht, bei ihm aber funktioniert.
Das folgende Fruehstueck ist der reinste Luxus: ein Fruehstuecksbuffet im 15.Stock eines noblen Hotels mit Rundumausblick und morgendlichem Hupkonzert. So gestaerkt nehmen wir den grossen Stadtrundgang in Angriff, der uns zu den wichtigsten Sehenswuerdigkeiten fuehrt: Markt, Museum der schoenen Kuenste, Opernhaus, Rathaus, geschichtstraechtige Hotels, Notre Dame, das imposante Hauptpostamt und das War Remnants Museum. Dieses zeigt Hintergruende und Folgen des Vientamkrieges (der hier American War heisst) auf, und das sehr anschaulich mit vielen Photos und Berichten von Zeitzeugen und noch heute Betroffenen. Die Bilder von den Opfern von Agent Orange und deren Nachkommen koennen einem auch ohne die im Museum herrschende bruetende Hitze den Magen umdrehen, und wir verstummen angesichts von so viel Leid, das fuer manche bis in die heutige Generation andauert. Nach einer Pause zum Gedankensammeln und abkuehlen im Hotel treffen wir uns erneut mit den in den im Museum wiedergefundenen Schafkopfkumpanen aus Burghausen, gehen essen und finden sogar eine nette Bia Hoi-Stube, die uns auf winzigen Plastikstuehlen mit selbstgebrautem Bier aus Weichspuelerflaschen (so sahs zumindest aus) versorgt. Am naechsten Morgen fahren wir mit dem oeffentlichen Bus ins Mekongdelta nach Vinh Long...

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29 Mär 2011
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Raus aus den kuehlen Bergen und ab ans Meer nach Mui Ne. Aufgehalten bloss von einem laengeren Zwischenstopp am Strassenrand, wo unser Busfahrer den Schaden eines anderen, dort liegengebliebenen Busses repariert, kommen wir mit dem Gefuehl der entspannten Sicherheit, das ein vielseitig begabter Busfahrer hervorruft, in der Strasse an, aus der Mui Ne besteht. Mehrere Kilometer lang, links die weniger rentablen Restaurants und Hotels, mit der gelegentlichen Travelagency dazwischen und rechts die vom Meer standortbeguenstigten Restaurants und Hotels und das Meer. Wir lassen uns nicht lumpen und suchen uns ein Bungalowhotel auf der rechten Seite, mit Meerblick vom Bett aus und ohrenbetaeubendem Wellenbrechen und freiem Wireless vom Nobelrestaurant nebenan. Hier sind die Tage bestimmt vom Meeranschauen und sich vom Tanz der Kytesurfer in den Bann ziehen lassen, vom Baden, ausgezeichnet und unschlagbar guenstig landestypisch essen und dabei zusehen, wie das Meer immer hungrig und niemals muede grosse Stuecke vom Strand abbeisst. An unserem ersten Tag erwischt es das freundliche Nobelrestaurant nebenan: Terasse und Stufen zum Strand sind wie von einem Riesen abgenagt. Abgesehen vom Nachsinnen ueber die Dekadenz aller Dinge buchen wir noch eine Jeeptour zu den groessten und einzigen Sehenswuerdigkeiten Mui Nes: Die weissen Sandduenen (schoen, wenn auch der versprochenen Sonnenaufgang bei unserer Ankunft um halb sechs schon gelaufen war), der rote Canyon (die Bilder sprechen fuer sich), die roten Sandduenen (nicht mal beeindruckend genug fuer ein einziges Bild, es sei denn man findet Muellhaufen und Essensverkaeufer auf einem einzigen roten Sandhuegel photogen) und der Fairy Stream, der uns mit dem Tourveranstalter wieder versoehnt: Als Wanderweg eroeffnet sich uns hinter heruntergekommenen und mueffelnden Huetten ein knoecheltiefes, glasklares und kaltes Baechlein, das sich in einem roten Lehmbett zwischen schroffen, vielfarbigen Lehmbergen schlaengelt und dessen Ufer mit Blumen und kleinen Quellen gesaeumt ist - einfach zauberhaft.

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Bild des Benutzers johanna

Nachdem viel zu viel Zeit seit dem letzten Blogeintrag verstrichen ist uns ich es wohl nicht schafffen werde, euch diese Verzoegerung als ein Resultat der Zeitverschiebung zu verkaufen, geloben wir zumindest Besserung und wollen euch mit den folgenden, nachgeschobenen Berichten unseres Wohlbefindens im letzten Monat versichern.

Nach Nha Thrang fahren wir hoffnungsvoll in die Berge, genauer nach Da lat, der Flitterwochendestination der Vietnamesen. Doch halt, ein Blick in die Waelder kurz vor unserem Ziel gaukelt uns vor in den sanften Nadelwaeldern der Rhoen zu sein, hinter der naechsten Biegung erscheinen aberhunderte von Gewaechshaeusern - vielleicht also eine Art hollaendische Flitterwochenrhoen?
Doch die erste Durchquerung der Stadt mit dem Bus erfuellt uns seltsamerweise nicht mit romantischem Herzklopfen (also nicht mehr als wir sonst eh immer spueren). Auch die Hotelzimmer, die wir uns ansehen, sind ziemlich weit von meinen Vorstellungen einer Flitterwochensuite entfernt - es sei denn man mag den samtig-weichen Touch, den Schimmel einem Raum verleiht. Doch am naechsten Morgen wollen wir es genau wissen. Der Romantik dicht auf den Fersen besuchen wir den Flower Park, bekannteste Sehenswuerdigkeit von Da lat. Doch wieder entgleitet uns das Honeymoongefuehl noch vor dem Parkeingang, denn bereits in Sichtweite lauern Pappmachegiraffen, Plastikschwanenboote und Pinguinabfalleimer, statt dessen werden wir jedoch augenblicklich von einem Gefuehl der Albernheit erfuellt. Den Rest des Tages ertraenken wir unsere Enttaeuschung in troestendem vietnamesischem Kaffee, schauen Landtagswahlhochrechnungen auf tagesschau.de und ich bin stolze Gewinnerin des ersten Durchfalls auf unserer Reise.

Der naechste Sonnenaufgang bringt Abenteuer und deswegen fuer mich auch Antidurchfallmedikation. Ein Tag Dschungeltrekking mit Guide. Startpunkt: Chicken Village, das - wie schon geahnt - seine Besucher durch eine enorme Huehnerstatue in den Bann zieht, um die sich eine tragische Liebesgeschichte rankt. Bei Interesse werde ich diese gerne in einem eigenen Eintrag bestmoeglich nacherzahlen. Den Vormittag ueber geht es dann nur bergauf in die dschungelbewachsenen Berge, vorbei an Kaffeestraeuchern, Mangobaeumen, Reisfeldern, Pfefferpflanzen und Bachlaeufen, die ebenso stetig wie unser Schweiss hinabrinnen. Unser Guide hingegen beschaemt uns nicht wenig, indem er auch noch den kompletten Proviant leichtfuessig und pfeifend nach oben traegt. Waehrend sich Markus aufs Schwitzen konzentriert, frage ich den Guide ueber die vietnamesische Botanik aus und fuerchte mehr als einmal um unser aller sichere Heimkunft, da er sich unbekannte Fruechte und Blaetter gerne in den Mund steckt, um herauszufinden, ob diese giftig sind. Was wenn sie es sind, frage ich mich nur, aber darum kann man sich ja spaeter Gedanken machen.
Oben angekommen haben wir, wie es im Dschungel so ist, keinerlei Ausblick, essen muede und glueklich unser kleines Picknick und machen uns an den Abstieg. Immer wieder betrachtet unser Guide kritisch seine Schuhe, was uns etwas irritiert, bis er uns mitteilt, er gehe nur sicher, dass keine Blutegel hochkriechen. Und klar, na bravo, der erste hat sich schon in meinem Schienbein verbissen und saugt, was das Zeug haelt, der kleine Bursche. Unser Guide zieht ihn ohne viel Federlesens heraus, was sich so aehnlich anfuehlt, wie wenn man ein sehr hartnaeckiges schleimiges Pflaster abzieht, klebt ein handelsuebliches Pflaster drauf und gut ist. Soll ja sogar gesund sein, allerdings hab ich den Knutschfleck von ihm auch jetzt noch - vier Wochen spaeter, fuers Leben gezeichnet.
Im Verlauf unserer Abstiegs dann werden wir Zeugen der Folgen des dank Herrn Graenzer uns allen in der Theorie bekannten Brandrodungswanderhackfeldbau, der weite Teile des Dschungels gelichtet hat. Dass wir das noch erleben duerfen!
Ploetzlich treten wir mit einem Schritt aus dem Dschungel heraus und in den Rhoener Nadelwald und nach vierzig Metern wieder zurueck - verrueckte Vegetation. Die Tour endet mit einer Bootsfahrt auf einem See, der so kanadisch aussieht wie ich Kanadaunerfahrene es mir nur vorstellen kann.

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24 Mär 2011
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In Nha Thrang ist uns nach einem Spaziergang und Strandbesuch (bei schlechtem Wetter) klar, dieses asiatische Mallorca begeistert vielleicht die betrunkenen Ruepeltouristen, wir koennen hier nur eines tun - den naeschten Bus nach Da Lat buchen. Zu Nha Thrangs Ehrenrettung: Wir verleben dann doch einen sehr lustigen Abend mit zwei Burghausener Stefans, mit denen wir die Greuel von Nha Thrang bei einer gepflegten Schafkopfrunde vergessen koennen.

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